Darauf haben nicht nur Fans des italienischen Horrorgenres Giallo gewartet! Das Remake Suspiria – In den Krallen des Bösen aus 1977 von dem italienischen Filmemacher Dario Argento wird seit Anfang der 2000er Jahre schon heiß erwartet. Im Herbst 2018 war es dann endlich soweit: Der Regisseur Luca Guadagnino hat sich, nach den Dreharbeiten für den Oscar-prämierten Film Moonlight, nun endlich an die Neuverfilmung des Kultfilms gewagt. Mit von der Partie sind Teile seines Casts von „A Bigger Splash“ von 2015 – 50 Shades of Grey-Star Dakota Johnson und Tilda Swinton. Das solltest du über den Film, der sich anfühlt wie ein LIVE - Escape Game, wissen.
 


1. Die Wandelbarkeit der Tilda Swinton

Im 2018 erschienenen Thriller von Regisseur Luca Guadagnino spielt Tilda Swinton die Rolle der Ballettlehrerin Madame Blanc. Es ist ihre fünfte Zusammenarbeit mit dem Regisseur. Doch seit die Dreharbeiten begannen wurde das Gerücht laut, dass Swinton eine weitere Rolle spielte. Nämlich die des Psychiaters Dr. Josef Klemperer. Im Abspann wird der Name Lutz Ebersdorf als Schauspieler der Nebenrolle aufgeführt. Doch es blieb unklar, ob dieser Mensch wirklich existiert. Schon der Name Ebersdorf gibt angeblich den versteckten Hinweis auf Swinton: Das Wort Eber kann ins Englische als „swine“ übersetzt werden. Dorf heißt im Englischen „town“ – also „swine-town“ oder Swinton. Swinton selbst leugnete stets die Behauptung. Sie meinte, Dr. Josef Klemperer wird gespielt von Lutz Ebersdorf. Dabei wartete sie nur darauf, dass ein/e Reporter/in ihr die richtige Frage stellt. Und zwar, ob sie Lutz Ebersdorf spielt. Diese Frage beantwortete sie endlich mit ja!

Was sonst noch an der Rolle der Hexe Madame Blanc auffällt? Dass Blanc auf Französisch weiß heißt – also quasi die weiße Hexe. Und genau so eine spielte Swinton bereits in der Narnia-Trilogie als Jadis.

2. Die intensive Vorbereitung der Schauspielerinnen

Schauspieler/innen gehen oft zum Äußeren, wenn es darum geht, sich auf ihre Rolle vorzubereiten. Manche hungern über Monate, manche lassen sich einen Bart oder lange Haare wachsen. Andere müssen Sprachen oder Sportarten erlernen und bis zur Perfektion trainieren, damit sie zum Beispiel Profisportler/innen verkörpern können. So auch die Hauptdarstellerin Dakota Johnson, die die amerikanische Ballerina Susie Bannion spielt. Für die anspruchsvollen Tanzszenen und die damit verbundenen modernen Choreografien, die als Teil der Hexenrituale dienten, übte sie ganze zwei Jahre lang. Als wäre das nicht Anstrengung genug, belasteten die Dreharbeiten Johnson so sehr, dass sie sich in psychiatrische Behandlung gab, um die Inhalte des Streifens zu verarbeiten. Suspiria ist also selbst für die Darsteller ein Horrorfilm, der einen nicht so schnell wieder los lässt.

Suspiria

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3. Ein alt bekanntes Gesicht

Aber auch ein alt bekanntes Gesicht stürzte sich in intensive Vorbereitung für die Dreharbeiten. Jessica Harper, die im Original von 1977 die Hauptrolle der Suzy spielte, durfte natürlich nicht in der Homage an das Original fehlen – wie Guadagnino sein Remake selbst bezeichnet. So können die Fans sie noch einmal sehen – in der Nebenrolle als Ehefrau des Psychiaters Dr. Josef Klemperer. Direkt nach dem Anruf des Regisseurs, ob sie die Rolle spielen möchte, meldete sich Harper bei einer Sprachschule an, um Deutsch – und ganz besonders den Dialekt des Berlin von 1977 – zu lernen. Sie hatte ihm nämlich verschwiegen, dass sie die Sprache gar nicht beherrschte.

4. Die Muttertrilogie

Allein deshalb, weil – bis auf wenige Nebenrollen, die teils nicht einmal Sprechanteile haben – der gesamte Cast von Frauen besetzt ist, wird deutlich, dass das Remake das Frauenfiguren ein zentrales Thema darstellen. Achtung Spoiler! Noch deutlicher wird das dadurch, dass die Ballettschule das Haus der Mutter Suspiriorum ist. Auch bekannt als die Mutter des Seufzens wird das in den Balletttänzen deutlich, in welchen lautstarkes Seufzen die Bewegungen der Tänzerinnen begleitet. Aber wer ist diese Mutter? Sie gilt als eine von drei übermächtigen Hexen, die weit vor der christlichen Zeitrechnung anfingen zu existieren. Die anderen beiden Hexen sind die Mutter Tenebrarum und die Mutter Lachrymarum. Dario Argentos Mythologie basierte auf dem Buch „Suspriria De Profundis“ des englischen Autors Thomas De Quincy, welches er 1845 veröffentlichte. Die Originaltrilogie von Argento bildeten, nach Suspiria, die Filme Inferno von 1980 und The Mother of Tears von 2007. Hat das Remake den gewünschten Erfolg, stehen die Chancen gut, dass Argentos Mythologie in weiteren Projekten, die sich der anderen Mütter annehmen, neu verarbeitet wird.

Horror

https://myworldvsthemovies.wordpress.com/2012/11/27/dario-argentos-three-mothers-trilogy-suspiria-inferno-and-mother-of-tears-review/

5. Eine Musik mit Gruselfaktor

Achtzig Minuten lang sind die vierundzwanzig Stücke des Soundtracks, der genauso düster daherkommt wie die dunklen und wenig kontrastreichen Bilder der Neuverfilmung. Der Schöpfer dieser Stücke ist kein anderer als der Radiohead-Frontmann Tom York. Zusammen mit dem London Contemporary Orchestra und dessen Chor kreierte der englische Musiker sein erstes Soundtrack-Projekt. Dabei beeinflussten ihn besonders zwei Inspirationsquellen: Zum einen die italienische Rockband Goblin, die die Musik zum 1977er-Film beisteuerten und sonst auch in einigen Arbeiten von Argento musikalisch mitwirkten. Zum anderen der deutsche Krautrock der 1970er Jahre. Ein weiteres Stilmittel also, um das Gefühl des „Deutschen Herbstes“ zu transportieren, dass eine Gesellschaft zwischen Kaltem Krieg, RAF-Terror und einem Generationswechsel widerspiegelt.

6. Ein trauriger Dario Argento

Horror filme

https://www.mymovies.it/film/1977/suspiria/

Der Schöpfer des Streifens aus den 1970er Jahren sagte einmal über den Versuch, seinen revolutionären Giallo-Film zu remaken: Wer sich an das Original hielte, kann es auch eine Kopie nennen. Und wer ihn ganz neu interpretiert, was macht es dann für einen Sinn, ihn Suspiria zu nennen? Hier lässt sich bereits erahnen: Der italienische Filmemacher war noch nie begeistert von der Idee, andere Interpretationen neben seiner eigenen Umsetzung zu sehen. Aber was sagt der Meister nun, nachdem das Remake schon über die Leinwände flimmerte? In einem Interview mit einem italienischen Radiosender gab Argento seine ganz persönliche Kritik zum besten. Er fand, es hätte den ursprünglichen Geist des Originals betrogen. Es gäbe keine Angst, keine Musik. Der Film hätte ihn nicht sonderlich zufrieden gestellt.

7. Das Kinoerlebnis in Zahlen

Jetzt kommen wir sozusagen zu den harten Fakten: Das Remake ist 2,32 Stunden lang. Das bedeutet, dass er das Original um eine Stunde und vier Minuten quasi überspielt hat. Er hat eine Altersfreigabe von 16 Jahren bekommen, was wirklich nachvollziehbar ist, wenn man die brutalen und blutigen Szenen besonders im Finale bedenkt. Die Dialoge der Schauspieler werden in drei Sprachen gesprochen: Deutsch, Französisch und Englisch. Übrigens haben die Untertitel im Deutschen einen roten Schlagschatten, in der französischen Version haben ist der Schatten blau. Er hatte ein Budget von geschätzt 20 Millionen US-Dollar. Eingespielt hat er allerdings nicht einmal die 2,5 Millionen-Marke.

 

Wir hoffen, du konntest ein paar neue Funfacts über das Remake des Kultfilms lernen. Hast du jetzt Lust bekommen, ihn dir so schnell wie möglich anzusehen? Oder warst du bereits im Kino und konntest dir einige ungeklärte Fragen beantworten? In beiden Fällen empfehlen wir dir als ultimativen Horror-Fan selbst die Hauptrolle deines eigenen Thrillers einzunehmen. Nämlich in einem von vielen Escape Games von Exit the Room! und für diesen echten Nervenkitzel abseits der Leinwand gibt es extra einen Escape-Game Gutschein für dich und deine Freunde. Wir wünschen dir Fröhliches Gruseln!