In einem anderen unserer Artikel, haben wir dir bereits die schaurigsten Legenden von Nürnberg – der Stadt im Herzen Frankens – gezeigt. Das wird dich nun völlig überzeugen: Nürnberg hat eine dunkle Seite! Und wenn du gar nicht genug von Gruselgeschichten und Horrormärchen haben kannst, dann lies bis zum Ende. Denn dann erfährst du mehr darüber, wie du den absoluten Adrenalin-Kick beim Ausbruchsversuch aus einem Escape Room von Exit the Room in Nürnberg bekommen kannst.

 

1.   Die Lochgefängnisse

Auf der einen Seite des Nürnberger Rathauses wird im Standesamt geheiratet. Nur eine Ecke weiter wurden die Verbrecher der fränkischen Stadt wortwörtlich ins Loch geworfen. Darunter zum Beispiel der berühmte Bildhauer Veit Stoß, weil er einen Schuldschein gefälscht hatte. Dafür gab es „nur“ eine Brandmarkung. Seit Anfang des 14 Jahrhunderts waren die Kellergewölbe des Rathauses Untersuchungsgefängnis und Folterkammer zugleich. Von außen kaum zu erkennen, ragen kleine Öffnungen in die Tiefen des Gemäuers. Früher sollen darüber die Schreie der Gefolterten das rege Treiben des Hauptmarktes durchdrungen haben. Erst 1808 kam der letzte Insasse dieses unheimlichen Ortes frei und die Räume wurden zum Museum. Darum kann man heute noch selbst erleben, wie es gewesen sein muss, hier auf seinen Prozess zu warten. Zu sehen gibt es so einiges: Die Folterkammer mit originalen Folterinstrumenten, die verschiedenen Zellen und den einzigen Raum mit einem Fenster, das Henkerstübchen für die letzte Mahlzeit.  

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2.   Das Geisterhaus in Mögeldorf

Jahrzehnte lang brachte dieses Haus im Nürnberger Stadtteil Mögeldorf vorbeifahrende Autofahrer zum Schaudern. Das leerstehende Haus glich einer Ruine. Die Fassade war komplett überwuchert und der Garten, der von einem hohen Zaun umgegeben war, war mit Kreuzen und Madonnenfiguren dekoriert. Als die letzten Eigentümer dann vor einigen Jahren starben, zeigte sich eine riesige Sammlung an Kreuzen und Madonnen auch im Inneren des langsam verfallenden Hauses. Jeder freie Fleck wurde damit dekoriert. Anscheinend sind es Souvenirs, die das Ehepaar von Reisen aus der ganzen Welt nach Hause brachten. Die entdeckten wertvollen Ikonen wurden versteigert bevor es dem Geisterhaus quasi an den Kragen ging. Denn 2014 rückte die Abrissbirne an und das gruselig aussehende Haus wurde dem Erdboden gleich gemacht.  

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3.   Der Henkersteg

Heute ist der Henkersteg und der anschließende Henkerturm ein romantisches Fotomotiv, das viele Postkarten, die aus Nürnberg gesendet werden, schmückt. Doch der Henkersteg hat eine weniger idyllische Geschichte. Denn 1320 verband die Brücke „Langer Steg“ die Nürnberger Stadthälften Sebald und Lorenz. 1595 war die Brücke allerdings ein Horror-Spiel für acht Menschen. Sie waren Schaulustige eines verheerenden Hochwassers, das die Pegnitz überlaufen lies. Ehe sie sich versahen, rissen die Fluten den „Langen Steg“ samt der acht Personen mit sich. Danach wurde der Steg etwas weiter westlich wiederaufgebaut. Seitdem verbindet er den Trödelmarkt und den Unschlittplatz. Der Namen Henkersteg kommt vom angrenzenden Henkersturm. In dem Turm lebte der Scharfrichter Nürnbergs. Als unehrlich angesehen, wurden Scharfrichter auf die Trödelmarktinsel verbannt. Der Rest der Stadtbevölkerung hatte Angst, bei Kontakt mit dem Scharfrichter auch unehrlich zu werden. Die Geschichte der Nürnberger Scharfrichter und der Kriminalgeschichte Nürnbergs des Mittelalters kann man in der zum Museum umgebauten Wohnung des Henkers erkunden.

4.   Die Kirche St. Sebald

Dass Kirchen nach Heiligen benannt werden, ist keine Seltenheit. In Nürnberg wird dann auch noch der komplette Stadtteil danach benannt: Richtig gedacht, wir sprechen vom Heiligen Sebald, der Namensgeber für die Kirche und den historischen Teil der Stadt war. Was du daran sicher noch nicht wusstest ist, dass Sebald zu Lebzeiten unbedingt an der Stelle beerdigt werden wollte, wo die Kühe immer stehenblieben, die den Leichenwagen durch Nürnberg zogen. Diesem Wunsch kam der Rat der Stadt allerdings nicht nach. So bekam er sein Grab im Schottenkloster. Das muss St. Sebald so gar nicht gepasst haben. Also wurde er als Gespenst erblickt, der sich selbst auf den Weg zu seiner ausgewählten Ruhestätte machte. Das war übrigens der Platz, auf dem später die St. Sebald-Kirche gebaut werden sollte.
 

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